Gilt Reverse Charge in Liechtenstein?
Nein, denn Liechtenstein gehört mehrwertsteuerlich nicht zum EU-Binnenmarkt. Es bildet mit der Schweiz ein gemeinsames Mehrwertsteuergebiet und wendet Schweizer Mehrwertsteuerrecht an.
Was das bedeutet
- Es gilt das Schweizer Mehrwertsteuergesetz, nicht die EU-Mehrwertsteuersystemrichtlinie.
- An die Stelle des Reverse Charge tritt die Bezugsteuer: Wer aus dem Ausland Dienstleistungen bezieht, versteuert sie selbst.
- Die Umsatzschwelle liegt bei 100.000 Franken weltweitem Jahresumsatz.
- Es gibt keine UID-Nummer im EU-Sinn und keine zusammenfassende Meldung.
Der Sonderfall, der oft übersehen wird
Für Waren ist Liechtenstein durch die Zollunion Teil des Schweizer Zollgebiets — eine Lieferung aus der EU ist eine Einfuhr. Für Personen und Dienstleistungen gilt dagegen der EWR mit seinen Freiheiten. Liechtenstein liegt also in zwei Ordnungen zugleich.
Hinweis: Diese Doppelstellung ist einzigartig und lässt sich nicht aus dem Schweizer oder dem EU-Recht allein ableiten. Bei grenzüberschreitenden Lieferketten gehört sie vorher geprüft.
Zuletzt aktualisiert am 22.08.2026 von Elrico Tschann.
Erst die Gewerbebewilligung, dann das Handelsregister.
An dieser Reihenfolge geraet in Liechtenstein mehr ins Stocken als an allem anderen. Sagen Sie uns, was die Gesellschaft tun soll und wer sie fuehrt — daraus ergibt sich, was das Amt fuer Volkswirtschaft von Ihnen braucht und in welcher Reihenfolge.
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